Nachsorgende Chemotherapien September bis Dezember 2007

5 mal hatte ich eine Chemotherapie nach meinen Operationen im Sommer 2007. Mein Führungsarzt ordnete 4 Zyklen der adjuvanten Chemotherapien an, mit dem Ziel, noch eventuell im Körper versprengte Krebszellen zu vernichten. Diese nachsorgende Chemotherapie sollte innerhalb von 12 Wochen nach der Operation begonnen werden und bestand aus Taxotere (Docetaxel), Oxaliplatin und 5-Fu (Fluorouracil). Ich begann in der 10. Woche nach der Operation mit meinem ersten Zyklus ambulant, danach folgten 4 Zyklen mit jeweils 2-3 tägigem Krankenhausaufenthalt.

Ein richtiger Kräfteaufbau nach der Operation war während dieses Zeitraumes nicht möglich, die adjuvanten Chemotherapien zehrten mehr an meinem geschwächten Körper als es die höher dosierten Chemotherapien vor der Operation taten. Zudem hatte ich keinen gesunden Magen mehr, wie vor der Operation, welcher mir ein schnelles "Aufholen" der verlorenen Kalorien hätte ermöglichen können. Die letzten 4 Zyklen Chemotherapie nahmen mir jede knapp 3 Kilo, wovon ich bis zum jeweils folgenden Zyklus gerade wieder 2 Kilo aufholen konnte. Dadurch schwankte mein verbliebenes Gewicht in den letzten Wochen zwischen 58 und 60 Kilo netto, wobei ich um Weihnachten meinen Tiefststand mit 57,7 Kilogramm erreicht hatte.
Die Zyklen:

1. Chemotherapie (ambulant) 11.September 2007.

dazwischen stationär im Krankenhaus wegen Darmverschluß 18.-22. September

2. Chemotherapie (stationär) 12. bis 14. Oktober 2007

3. Chemotherapie (stationär) 2. bis 3. November 2007

4. Chemotherapie (stationär) 26. bis 27. November 2007

5. Chemotherapie (stationär) und Nachsorgeuntersuchung 18. bis 20. Dezember 2007

Die Symptome: (Am stärksten empfand ich die Nebenwirkungen am 4. bis 5. Tag nach der Chemotherapiegabe)

Nach jedem Zyklus der Chemotherapie war mir übel. Ich konnte die ersten 3 Tage nach der Gabe fast nichts essen, die Woche darauf wenig und dann verblieb mir meist gerade noch etwas mehr als eine Woche bis zum nächsten Zyklus um wieder "aufzuholen". Der Brechreiz war die ersten 2-4 Tage so stark, dass ich (obwohl ich gar nichts essen konnte und einen leeren Magen hatte) Spucke erbrechen musste. Der Körper tat alles, um die Substanzen wieder loszuwerden.

Ein weiteres Symptom war ein schmieriger Metallgeschmack. Im Gaumen konnte ich mit der Zunge den Film dieses Metallgeschmackes ständig fühlen. Er wurde durch Zähneputzen (im Gaumen) etwas weniger, war aber nicht ganz zu beseitigen. Das Gewebe sonderte wohl konstant die Substanzen ab.

Dazu begleitete mich ein Schwächegefühl mit leichten Gleichgewichtsstörungen. Meine ganzer Körper, die Muskulatur, kam mir "zusammengeschrumpelt" vor wie eine ausgepresste Zitrone.

Ein Kribbeln in den Fingern (bei Aufenthalt im kalten Freien) und Taubheitsgefühle auf dem Fußrücken.

Diesmal kein Haarausfall.

Stuhlverhärtung, welche nach dem ersten Chemozyklus zu einem Darmverschluß führte.*

*Ich hatte nach der ersten Chemotherapie eine Woche keinen Stuhlgang. In den Folgetagen konnte ich aufgrund meiner Übelkeit nichts trinken, dadurch trocknete mein Körper aus und dies wiederum begünstigte die Stuhlverhärtung. Glücklicherweise bemerkte der diensthabende Arzt auf der onkologischen Ambulanz bei meiner Blutkontrolle eine Woche später mein von Koliken schmerzverzerrtes Gesicht. Daraufhin veranlasste er eine Röntgenaufnahme, welche einen Darmverschluss zeigte. Darauf folgten wieder 5 Tage Krankenhausaufenthalt, wobei mir eine Operation (mit der Folge eines zeitweiligen künstlichen Darmausganges) erspart werden konnte. Die Behandlung bestand unter anderem in viel Flüssigkeitszufuhr und einer Süppchendiät.

Alles in allem hatte mich dieser erste Zyklus schon fast 5 Kilo gekostet (von knapp 65 auf ca 60 Kilo). Ich hatte ja noch 4 Zyklen vor mir, wie sollte das weitergehen?

Tipp bei Stuhlverhärtung durch Chemotherapie!

Nach der ersten ambulanten Chemotherapie beschloss ich, die folgenden Chemotherapien stationär zu machen, da in der kurzen Zeit einer ambulanten Chemotherapie nur wenig Flüssigkeit über Infusion gegeben werden kann (und so der Körper austrocknet, wenn man nichts trinken kann). Darüberhinaus nahm ich nach jedem Zyklus sofort vorbeugend Abführmittel, um einen eventuellen Darmverschluss zu vermeiden. Die folgenden Zyklen konnte ich so ohne diese Komplikation überstehen.

03. Januar 2008